European Open 2026 – Fazit von Jean Wolleh

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European Open 2026 – Mein Fazit

Auch ich bin hingefahren und wie in meinem vorherigen Blog geschrieben, fühlte ich mich nicht sonderlich fit und einfach nicht bereit. Knapp gesagt kann ich jedoch festhalten, dass das Wochenende für mich kein Misserfolg war. Ich habe zwar nicht so gut abgeschnitten, wie ich es mir erhofft habe, aber hoffen bedeutet nichts und das Teilnehmerfeld war stark.

Mega Elimination

Bei der Mega Elimination wurde alle 35 Sekunden jemand eliminiert. Im Endeffekt waren es 140 Aufgaben, die alle einzeln gelöst werden mussten. Die Level waren dabei unterschiedlich schwer, haben aber gleich viele Punkte gegeben. Für die ersten Level gab es einen dazugehörigen Bonus. Um diesen zu lösen, musste man zuvor alle Aufgaben, die zu diesem Level gehörten, lösen. Da alle Aufgaben gleich viele Punkte gaben, wäre die richtige Entscheidung gewesen, die schweren zu überspringen.

Ich habe mich nach den ersten beiden Aufgaben (beide recht einfach) an einer als schwierig markierten Aufgabe versucht. Unter dem Druck habe ich direkt einen blöden Fehler gemacht, wodurch ich dort nicht weitergekommen bin (ich hab die Diagonalen verwechselt). Dann bin ich zum nächsten Level gesprungen und konnte das noch lösen. Dann zurück zum schweren Level, aber da war es dann vorbei. Ich war nicht schnell genug und bin eliminiert worden.

Letztlich bin ich Siebter geworden. Diarmuid Early hat diese Runde gewonnen und Sergio Trifiletti wurde Zweiter. Beide hatten allgemein ein sehr starkes Wochenende!

Teams-Event

Als nächstes war die Teams-Runde. In der Qualifikation durften alle Teammitglieder gleichzeitig den Fall lösen. Vor der Runde bekam jeder einen Zettel, der den Case etwas erklärte, und Diarmuid, Michael und ich hatten uns die Aufgaben aufgeteilt.

Die Runde startete und ich war sehr schnell mit 50 % meiner Aufgabe durch, doch die anderen 50 % waren nicht simpel. Im Endeffekt sollte man einen Ausschnitt der Map manipulieren und wieder einsetzen. Für das Einsetzen hatte ich keine gute Idee, nur eine sehr umständliche, und daher dachte ich, ich löse erstmal die Bonusaufgaben. Als ich das fertig hatte, habe ich Dim gesagt, dass ich mein Level nicht habe, aber die Bonusse. Da er bereits fast fertig war, hat er dann auch mein Level gelöst. Seine Aufgabe war zwar anders, aber das Einsetzen – die eigentliche Schwierigkeit – war auch dort gegeben.

Michael hatte sein erstes Level ebenfalls schnell fertig und kämpfte mit dem zweiten. Nach einiger Zeit hat er es jedoch geschafft. Dim hat dann noch versucht, Level 7 zu lösen, das alle anderen Level kombinierte. Ich habe nebenbei zwei der Aufgaben händisch gelöst. Level 7 konnten wir letztlich nicht lösen, sind aber Erste geworden.

Am zweiten Tag gab es dann das Finale der Teams als Relay-Match, also eine Staffel. Auch hier wurden die Aufgaben vorher gezeigt. Es gab drei Bereiche: 1–2, 3–6 und 7. Wir hatten vorher abgesprochen, dass ich Level 1 und 2 übernehme und danach die Bonusse. Leider war mein Zeitslot damit nicht aufgebraucht und ich habe mit den nächsten Aufgaben weitergemacht – Level 3 und Level 4. Als meine Zeit ablief, fehlte mir eigentlich nur noch ein Verweis, um Level 4 zu lösen. Ich dachte, ich übergebe an Michael, damit er es einfach beenden kann.

Leider ist er mit meiner Lösung nicht klargekommen und hat mehrere Minuten beim Versuch verloren. Er hat dann eine eigene Lösung aufgebaut und Level 4 und 5 gelöst. Dim hat danach sehr schnell Level 6 und Level 7 fast komplett gelöst. Damit haben wir uns den Sieg in der Teams-Kategorie geholt.

Mixed Doubles

Die nächste Kategorie war Mixed Doubles. Hier war ich mit meiner Partnerin Vanessa Schulz angemeldet. Der Fall war in zwei Teile aufgeteilt: Textmanipulation und eine Map. Da ich LAMBDAs für Maps habe und wir dachten, dass die Map-Fragen komplizierter sind als die Textfragen, habe ich die Map übernommen und Vanessa die Textaufgaben.

Ich war sehr schnell durch, weil ich die richtigen LAMBDAs hatte. Leider waren die Textaufgaben so schwer, dass sich viele Teilnehmer die Zähne daran ausgebissen haben. Ich habe dann geholfen, aber ebenfalls viel Zeit benötigt. Nach den zwei Textaufgaben konnte ich entweder Bonusaufgaben, Level 7 oder Level 3 angehen. Ich entschied mich für die Bonusaufgaben. Rückblickend war das die falsche Entscheidung. Ich hatte die Aufgaben falsch und hätte vermutlich eher ein richtiges Level lösen sollen. Am Ende haben wir so den vierten Platz erreicht.

Hauptturnier – Qualifikation

Die Qualifikation für das Hauptturnier war ein etwas andersartiger Fall. Es gab drei Bereiche mit unterschiedlichen Logiken. Die Logik war jedoch nicht für alles gegeben und man musste sie erraten. Wenn das nicht gelang, gab es nach einigen Minuten einen Hinweis, der die Logik erklärte.

Ich fing an und konnte direkt warten, weil ich keine der Logiken erkannt habe. Ich versuchte also Bonusaufgaben – auch hier bin ich nicht klargekommen. Ich weiß nicht was das Wochenende mit mir gemacht hat, aber ich hatte sehr viele Probleme mit Bonusaufgaben. Nach zehn Minuten kam der erste Hinweis. Damit konnte ich Level 2 lösen, hatte aber wohl in meiner Tabelle etwas falsch, weil Level 3 nicht stimmte. Es war ein Problem, das man händisch lösen musste, und ich habe vermutlich wegen des Stresses einige Schusselfehler gemacht. Ich war jedenfalls sehr unzufrieden damit, wie der Fall lief.

Ich denke nicht, dass es am Format selbst lag, aber wenn es einfach nicht läuft, frustriert das sehr. Nach weiteren Minuten kam der nächste Hinweis und damit konnte ich die nächsten Level lösen. Letztlich war es dann doch genug für den zweiten Platz.

Halbfinale

Mein Halbfinale war das zweite und eigentlich sehr gut machbar. Ich bin langsam gestartet, dann aber gut durchgekommen. Nur die Bonusaufgaben haben wieder Probleme gemacht.

Ich hatte die Lösungen nicht kopiert, sondern abgetippt. Wenn man kopiert, ersetzt die Plattform ein Komma automatisch durch einen Punkt, damit das Zahlenformat stimmt. Da ich es händisch eingegeben habe, wurde das Komma nicht ersetzt und meine Lösung war die ganze Zeit falsch. Ich weiß nicht, wie lange ich mich gefragt habe, ob ich nicht lesen kann – im Endeffekt war es nur das Trennzeichen. Diese Runde konnte ich gewinnen, trotz der nicht komplett gelösten Bonusaufgaben.

Finale

Die letzte Runde war das Finale. Ich war zu Beginn relativ langsam, konnte dann aber gut aufholen. Ich vermute, der große Fehler hier war, dass ich Level 6 gar nicht angeschaut habe und mich stattdessen an Level 7 versucht habe. Wir hatten wieder einen Infozettel zum Fall erhalten und bei Level 6 hatten manche Teilnehmer Bedenken, wie man es angehen soll. Ich habe mich davon verunsichern lassen, bin dann zu Level 7 gegangen und bin dort gescheitert. Ich habe Level 7 dann zwar gelöst, meine Lösungen aber in Level 6 hineinkopiert. Die Antworten werden nicht alle gestimmt haben – trotzdem ein unnötiger Fehler.

Für Level 6 hatte ich sogar eine Idee, aber ich werde diese erst noch ausprobieren müssen. Letztlich bin ich insgesamt Vierter geworden, was nicht das ist, was ich mir erhofft habe. Wie zu Beginn gesagt – es geht ja nicht ums Hoffen. Ich habe ein paar schlechte Entscheidungen getroffen und war auch nicht sonderlich schnell. Die anderen Teilnehmer waren stärker, und damit kann ich mit meinem vierten Platz noch zufrieden sein.

Fazit

Wer den Stream geschaut hat, weiß auch, dass es super knapp war und jeder hätte gewinnen können. Daher: alles okay, einfach stärker wiederkommen und weiter angreifen.

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