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Die Excel-Weltmeisterschaft: Vom YouTube-Video auf die Weltbühne
Was ist die Excel-Weltmeisterschaft?
Die Excel-Weltmeisterschaft zeigt, dass Excel längst mehr ist als nur ein Büroprogramm für Tabellen und Berichte. In diesem Wettbewerb treten Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus aller Welt gegeneinander an und lösen unter Zeitdruck komplexe Aufgaben direkt in Excel. Dabei geht es nicht nur um Schnelligkeit, sondern vor allem um logisches Denken, Kreativität, Präzision und die Fähigkeit, auch unter Druck saubere Lösungen zu bauen. Aus einer Software, die viele nur aus dem Arbeitsalltag kennen, wird so plötzlich eine echte Wettkampfbühne.
Worum geht es in den Aufgaben?
Die Cases der Excel-Weltmeisterschaft sind bewusst so gestaltet, dass sie weit über klassische Business-Aufgaben hinausgehen. Zwar steckt dahinter oft das Denken aus dem Financial Modeling, aber viele Aufgaben sind spielerisch, visuell und überraschend aufgebaut. Mal geht es um Datenlogik, mal um Karten, Zeit, Text, Mathematik oder ganze Spielmechaniken. Entscheidend ist, dass man ein Problem strukturiert zerlegt und in kurzer Zeit eine funktionierende Lösung in Excel entwickelt. Genau diese Mischung macht den Wettbewerb so besonders - und für Zuschauer auch deutlich spannender, als man bei einer "Excel-Meisterschaft" zunächst vermuten würde. Dabei möchte ich auch zugeben, dass die Zuschauer oft nicht wissen was passiert, aber sie merken dass es etwas super cooles ist.
Wie ist die Excel-Weltmeisterschaft entstanden?
Organisiert wird die Excel-Weltmeisterschaft von der Financial Modeling World Cup (FMWC) (Link). Die Organisation wurde 2020 von Andrew Grigolyunovich gegründet, nachdem der frühere Wettbewerb ModelOff eingestellt worden war. Die Idee war zunächst, praxisnahe Cases für Training und Weiterbildung im Financial Modeling zu entwickeln. Daraus entstand aber schnell mehr: ein Format, das Lernen, Training und Wettbewerb miteinander verbindet. Im Laufe der Zeit wurde daraus Schritt für Schritt das heutige Excel-Esports-Format entwickelt - also ein Wettkampf, der nicht nur für die Teilnehmenden, sondern auch für Zuschauer spannend sein soll. Der Financial Modeling Wettbewerb existiert auch weiterhin, benötigt jedoch mehr Fachwissen.
Warum fasziniert das so viele Menschen?
Das Spannende an der Excel-Weltmeisterschaft ist, dass sie eine oft unterschätzte Fähigkeit sichtbar macht: strukturiertes Denken. Wer dort erfolgreich sein will, muss Muster erkennen, Informationen schnell verarbeiten und unter Zeitdruck die beste Lösung finden. Es reicht nicht, ein paar Formeln auswendig zu kennen. Man muss Probleme wirklich verstehen. Genau deshalb ist der Wettbewerb so faszinierend: Er zeigt, dass Excel nicht nur ein Werkzeug ist, sondern für manche Menschen eine Art Denksportarena. Und ja - das klingt im ersten Moment ein bisschen nerdig. Ist es auch. Aber eben auf die beste Art.
Einordnung der heutigen Bühne
Was als Nischenidee begann, hat sich inzwischen zu einer internationalen Bühne entwickelt, mit Ranglisten, Qualifikationsrunden, Live-Events und Finals in Las Vegas. Dadurch hat sich rund um Excel eine ganz eigene Wettkampfkultur entwickelt, die irgendwo zwischen E-Sport, Rätselsport und professioneller Problemlösung liegt. Genau das macht die Excel-Weltmeisterschaft so außergewöhnlich: Sie verbindet Fachlichkeit mit Show, Tempo mit Tiefe und Nerdtum mit echter Konkurrenz auf Weltklasseniveau. Der Wettbewerb hat heute eine eigene .play Plattform und ist damit zugänglicher als je zuvor (Link).
Mein Weg in die Excel-Weltmeisterschaft
Excel ist für viele einfach ein Werkzeug. Für mich wurde es zu einem Wettkampfsport.
Wie alles begonnen hat (November 2023)
Im November 2023 bin ich eher zufällig auf die Welt des Excel Esports gestoßen. Auslöser war ein YouTube-Video von Oz du Soleil (Link). Darin war Diarmuid Early zu sehen, der eine Formel-Challenge gelöst hat, an der Oz deutlich länger saß. Diarmuid hat das Ganze in wenigen Minuten geknackt.
Genau dieser Moment hat bei mir etwas ausgelöst. Ich fand es faszinierend, wie schnell, präzise und kreativ man mit Excel denken kann. Also habe ich mir danach den Kanal von Diarmuid genauer angeschaut - und dort dann die Excel-Weltmeisterschaft entdeckt (Link).
Der Einstieg in den Wettbewerb (2024)
Ab diesem Punkt war ich angefixt. Diese Mischung aus Logik, Tempo, Kreativität und Problemlösung hat mich sofort gepackt. Excel war plötzlich nicht mehr nur Tabellenkalkulation, sondern eher Schach, Speedrun und Denksport in einer leicht verrückten, aber großartigen Kombination.
Im Februar 2024 habe ich dann selbst zum ersten Mal versucht, mich in diesem Umfeld zu beweisen. Einen Monat später, im März 2024, habe ich mich direkt qualifiziert. Das war für mich ein riesiger Moment.
Mein persönliches Highlight im Jahr 2024 war das Halbfinale in Las Vegas. Allein dort zu stehen, mit den besten Excel-Spielern der Welt, war schon besonders. Es war der Moment, in dem aus einer spontanen Begeisterung echter sportlicher Ehrgeiz geworden ist. Ich habe gemerkt: Ich gehöre nicht nur irgendwie dazu - ich kann auf diesem Niveau tatsächlich mithalten.
Der Durchbruch (2025)
2025 war das Jahr, in dem aus Begeisterung endgültig Erfolg wurde. Ich habe die deutschsprachige Meisterschaft gewonnen und es bei der Excel-Weltmeisterschaft bis auf Platz 3 im Finale geschafft.
Für mich war das mehr als nur ein starkes Ergebnis. Es war der Beweis, dass in diesem ungewöhnlichen Wettkampf echte Spitzenleistungen möglich sind – und dass ich auf dieser Bühne nicht nur mitmachen, sondern ganz vorne mitspielen kann. Excel vor Publikum, auf einer Weltbühne, im Wettbewerb mit den Besten der Besten: Das wirkt immer noch ein bisschen verrückt. Aber genau das macht es so besonders.
Aktueller Stand (Saison 2026)
Aktuell läuft die Saison 2026, und nach zwei Runden stehe ich momentan auf Platz 1 der Weltrangliste. Natürlich ist eine Saison lang, und im Wettkampf kann viel passieren. Aber genau das macht den Reiz aus: Jede Runde zählt, jede Aufgabe ist anders, und man muss immer wieder neu beweisen, dass man unter Druck die richtigen Ideen hat.
Warum mich Excel Esports so begeistert
Was mich an der Excel-Weltmeisterschaft so begeistert, ist nicht nur der Wettbewerb selbst. Es ist vor allem die Art von Denken, die dahintersteckt. Es geht nicht bloß darum, Funktionen auswendig zu kennen. Es geht um Mustererkennung, Struktur, Kreativität, Nervenstärke und die Fähigkeit, komplexe Probleme in kurzer Zeit zu lösen.
Wenn ich heute auf meinen Weg zurückblicke, ist es verrückt, wie schnell sich alles entwickelt hat: von einem YouTube-Video im November 2023 über die erste eigene Teilnahme im Februar 2024, die Qualifikation im März, das Halbfinale in Las Vegas, den Sieg bei der deutschsprachigen Meisterschaft 2025, Platz 3 bei der Weltmeisterschaft und ein starker Stark für die Saison 2026. Die aktuelle Rangliste kann hier abgerufen werden.
Alles begann mit einem Video, ein bisschen Neugier - und einem ziemlich absurden Gedanken: Was wäre eigentlich, wenn Excel ein Wettkampfsport ist?
Spoiler: Es ist einer.