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KI verändert unsere Welt
Schwierig ist nur: Viele Unternehmen sind noch gar nicht so weit, dass sie KI für ihre Mitarbeitenden bereitstellen. Kaum jemand käme auf die Idee, sich Excel privat zu kaufen, um es dann auf der Arbeit zu nutzen. Bei KI sind diese Grenzen jedoch verschwommen, und viele Menschen nutzen ihren privaten Account auch beruflich. Warum das ein Problem ist, dazu später mehr.
Wie ich KI nutze
KI ist ein Paradigmenwechsel und erlaubt extrem viel. Ich nutze sie als Sparringspartner, um Ideen zu challengen. Ich lasse mir auch gern komplett neue Ideen generieren und prüfe dann, ob sie anwendbar sind. Ich lasse mir Präsentationen erstellen, die dank Template so aussehen, wie ich sie haben will. Ich lasse mir VBA schreiben und prüfe es nur noch, oder ich lasse alte VBA-Makros als Office Script umschreiben, damit ich sie auch in Excel für das Web nutzen kann.
KI ist inzwischen auch so gut, dass sie komplexe Formeln oft hinbekommt. Ob die immer perfekt sind, ist eine andere Frage, aber es ist möglich, ins Ziel zu kommen und echten Mehrwert zu schaffen. Auch das Clustern von Daten und das Erkennen von Mustern funktioniert erstaunlich gut. KI ist sehr mächtig.
Und genau hier zahlt sich Fachwissen doppelt aus: Ich bin mir sicher, dass ich mit KI bessere Excel-Formeln generieren kann als jemand, der nicht so tief in Excel steckt – einfach weil ich mehr Optionen kenne und die KI in die richtige Richtung lenken kann.
Welche Tools ich nutze
Aktuell nutze ich ChatGPT und Claude. Copilot ist für mich schwierig: Den echten Mehrwert sehe ich dort in der Enterprise-Variante, und die hat mein Arbeitgeber bisher nicht im Einsatz. Sobald es damit losgeht, werde ich Erfahrungen sammeln – und hier berichten.
Ein Beispiel aus der Praxis: VBA zu Office Script
Wie das konkret aussieht? Ich habe ein VBA-Makro, mit dem ich Dateien tagesabhängig sperre, entsperre und formatiere. Im Kern ist es ein Workbook-Open-Ereignis: Beim Öffnen wird geprüft, der wievielte Arbeitstag gerade ist, und basierend darauf werden bestimmte Bereiche gesperrt oder freigegeben. Der Hintergrund: Ich will nicht, dass Daten ewig rückwirkend geändert werden – und genauso wenig, dass jemand Daten in die Zukunft einträgt.
Dieses Makro habe ich einfach in die KI kopiert und gesagt, dass ich es als Office Script haben will. Das hat soweit auch gut funktioniert – nur das Ergebnis lief nicht.
Das Problem: In VBA nutze ich den Codenamen der Blätter. Also nicht den sichtbaren Blattnamen, sondern einen internen Namen, der auch dann stabil bleibt, wenn jemand das Blatt umbenennt. Genau daran ist das Script gescheitert, und ich habe es am Ende selbst angepasst. Letztlich war das mein Fehler: Ich hatte der KI diesen Kontext nicht gegeben – und woher sollte sie das wissen?
Das Problem mit privaten Accounts
Bei aller Begeisterung gibt es aber ein Problem, das ich eingangs schon angedeutet habe: Wer privat angemeldet ist, arbeitet unter anderen Datenschutzrichtlinien als mit einem Enterprise-Plan. Selbst wenn man in den Einstellungen deaktiviert, dass die KI mit den eigenen Daten trainiert wird, ist das nicht dasselbe Sicherheitslevel wie bei Enterprise-Optionen.
Deshalb sollte man nie konkrete Daten aus dem Unternehmen hochladen. Man kann abstrahieren oder Strukturen verallgemeinert beschreiben, aber man muss sehr genau aufpassen, was man mit seinem Tool teilt.
Du verantwortest das Ergebnis
Genauso wichtig: Bei KI bleibt die Verantwortung bei dir. Klar kann die KI dir viel abnehmen, aber Halluzinationen und Fehler kommen vor, und es liegt an dir, das Ergebnis zu bewerten und zu verantworten. Manche Themen lassen sich einfach testen, andere leider nicht.
Kein Allheilmittel
KI verändert das Arbeitsumfeld, aber sie ist kein Allheilmittel. Schlechte Daten werden auch mit KI nicht gut. Und sicher sind jedem die Biases bekannt, die in KI-Systemen stecken können: Wenn die Trainingsdaten Verzerrungen enthalten, übernimmt die KI diese gegebenenfalls. In der Vergangenheit gab es dazu regelrechte Skandale – etwa Microsofts Chatbot Tay, der auf Twitter innerhalb weniger Stunden extrem rechte Aussagen übernommen hat und abgeschaltet werden musste.
Kontext schlägt Rollenspiel
Im Endeffekt ist für KI vor allem Kontext wichtig. Die neuen Modelle sind schon sehr stark und brauchen kaum noch zugewiesene Rollen – sie brauchen Kontext, um eine gute Antwort zu geben. Mein Office-Script-Beispiel oben zeigt genau das: Nicht die KI war das Problem, sondern die Information, die ich ihr vorenthalten habe. Gleichzeitig gibt es Bereiche, in denen kurze Anfragen komplett ausreichen und teilweise sogar bessere Ergebnisse erzielen. Hier braucht man Feingefühl, und das entsteht nur durch Ausprobieren.
Mein Fazit: mit offenen Armen empfangen
Meiner Meinung nach ist es wichtig, KI mit offenen Armen zu empfangen und einfach auszuprobieren, was geht und wo man dadurch Ressourcen sparen kann. Ein paar Beispiele, wofür ich KI schon genutzt habe:
- Webseiten erstellen
- Einen Rechner für die Altersvorsorge bauen
- Formeln in Excel erstellen
- VBA-Code schreiben
- Power-Query-Code schreiben
- VBA in Office Scripts umstellen
- Präsentationen erstellen
- SQL schreiben
- und vieles mehr
Teilweise lagen die Grenzen ganz woanders, als ich es erwartet hätte. Daher: ausprobieren und schauen. Zu den verschiedenen Themen werden in Zukunft noch eigene Beiträge kommen – dieser hier ist der Auftakt. Eine Übersicht mit Einsatzfeldern und Prompt-Rezepten habe ich außerdem auf der Seite KI im Alltag zusammengestellt.